Von Schalke nach St. Petersburg

22. Mai 2007

Tag 25 bis 30 – 15. Mai bis 20. Mai

MartinDas letzte Teilstück auf dem langen Weg von Gelsenkirchen nach St. Petersburg führte Martin entlang des Finnischen Meerbusens ziemlich genau in Richtung Osten. Und dabei könnte das Wetter kaum schöner sein. Die Landschaft zog den Radler besonders in ihren Bann. Lange Sandstrände wechseln sich mit schroffen Steilküsten ab und bieten eine großartige Kulisse.
Bei Narva erreichte Martin dann die Grenze und betrat zum zweiten Mal auf seiner Reiserussisches Staatsgebiet. Die Fahrt über Kingisepp und Puskin in die Heimatstadt des Sponsors Gazprom war angenehm unspektakulär. St. Petersburg selbst ist riesig, mit freundlicher Hilfe eines LKW-Fahrers und anderen Einheimischen (sowie vielen Kilometern Umweg) fand Martin sein Hotel. Sein Schalketrikot mit dem Gazprom-Schriftzug löste vielerorts große Freude aus. Immer wieder hupten und winkten die Menschen, viele wollten ihm die Handschütteln und sich mit Martin fotografieren lassen.
Am nächsten Tag war das große Spiel des FK Zenit gegen Rubin Kazan. In der Halbzeitpause sollte Martin den Fans im Stadion vorgestellt werden. Da die St. Petersburger Mannschaft zur Pause jedoch zurücklag und die Zuschauer ihrer Mannschaft deutlich zeigten, was sie davon hielten, war es dem tapferen 04-Fan etwas mulmig mit seinem Rad auf das Spielfeld zu fahren. Aber alle Sorgen waren überflüssig: Seine Runde um den Rasen geriet zu einer Triumphfahrt. Die knapp 22.000 Zuschauer klatschen laut und da wo Martin gerade an den Tribünen entlang fuhr brandete ohrenbetäubender Jubel auf. Viele russische Fußballfans hatten die Reise des Gelsenkircheners verfolgt und waren über seine Route informiert. Die Zenit-Anhänger fühlen sich mit den Schalkern eng verbunden und waren stolz darauf, dass sich Martin auf den Weg zu ihnen gemacht hat. Martin genoss die zwei Ehrenrunden sehr. Dieses Erlebnis entschädigte ihn reichlich für alle Mühen und Strapazen einer solchen Tour. Und Zenit gewann die Partie, auch dank des euphorischen Publikums, am Ende mit 2:1.
Nach dem großen Tag im Stadion und Martins tollen Auftritt vor den Zenit-Fans, gönnt er sich nun ein paar Tage Ruhe und Entspannung in der beeindruckenden Ostseemetropole. Denn mit den Interviews und Fototerminen im und um das Petrowski-Stadion geht eine aufregende Reise für ihn zu Ende. So viel Medienwirbel hatte sich der Gelsenkirchener nicht träumen lassen, als er sich zu der langen Tour entschloss. Martin hat viele neue Erfahrungen gemacht und spannende Einblicke hinter die Kulissen des Sponsorships von Gazprom bei Schalke 04 und Zenit St. Petersburg werfen können. Das ganze hat ihm eine Menge Spaß gemacht.
MartinDoch den Rückweg nach Deutschland tritt er noch nicht an. Denn eigentlich hat der konditionsstarke Lehrer noch lange nicht genug. Er möchte nun weiter, bis zum Nordkap. Und das natürlich auf seinem Fahrrad. Wir bedanken uns bei allen treuen Lesern des Online Tagebuchs www.gazprom-schalke.com. Viele tausend User haben sich pro Woche die Erlebnisse des Radlers angeschaut. Das Blog über Martin Miebachs tolle Fantour geht hiermit zuende. Seine Fahrt geht weiter. Viel Glück und Spaß Martin, alles gute für Deine weitere Reise in den hohen Norden und komme gesund wieder zurück.

17. Mai 2007

Tag 21 bis 24 – 11. Mai bis 14. Mai 2007

MartinWas erwartet Martin regelmäßig, wenn er in einer Großstadt ankommt? Richtig, ein Fotoshooting. Auch in Riga wartete ein Fotograf auf den Amateurradler, der von einer Partneragentur von Schalke 04-Sponsor Gazprom beauftragt wurde. Die lettische Hauptstadt an der Düna begrüßte Martin mit strahlendem Sonnenschein. Überhaupt war das Wetter in den letzten Tagen hervorragend gewesen und ein stetiger Westwind vertrieb nicht nur lästige Regenwolken, sondern unterstützte den angehenden Lehrer auch beim Fahren.
Den Ruhetag in Riga verbrachte Martin damit in der Stadt zu schlendern und Kräfte für die weitere Fahrt zu sammeln. Weiter ging es nämlich genau nach Norden, an der Küste der Rigaischen Bucht entlang nach Ainazi, der Grenzstadt zu Estland. 50 Kilometer weiter nördlich des kleinen, verschlafenen Zollpostens, liegt Parmu, die erste größere estnische Stadt. Hier ging es nicht weiter auf der Küstenstraße, sondern Martin fuhr weiter durch das Landesinnere über Risti nach Tallinn.
Nach dem obligatorischen Shooting für die mittlerweile wohl recht beeindruckende Fotocollage, die im Auftrag von Gazprom erstellt wird, schaute sich Martin die estnische Hauptstadt an. Er war ziemlich angetan vom skandinavischen Flair und Charme der baltischen Metropole. Eine Mitarbeiterin der ansässigen Gazprom-Partneragentur, die auch ein kleines Hotelzimmer für ihn gebucht hatte, zeigte ihm die Altstadt und weitere schöne Ecken. Bislang die schönste Stadt auf seiner Route, findet Martin.
MartinDer Ruhetag begann am nächsten Morgen jedoch nicht so gut, nämlich mit starkem Regen und Wind, der auch bis zum Nachmittag nicht abflaute. Erst gegen Abend konnte der Gelsenkirchener sein Hotel verlassen. An der Ostseeküste ging es weiter bis nach Kunda. Die Strecke war herrlich zu fahren, es wehte wieder der freundliche Westwind, der Martin schon so viele Kilometer über begleitet. Er fuhr über kleine Nebenstraßen, wo sich steile Felsenküste mit flachen Sandstränden abwechselte. Übernachtet hatte der erfahrene Pfadfinder wie meistens am and eines Wäldchens, nahe des Gutshofs Palmse.
Mit einem Pensum von ca. 80 Kilometern am Tag nähert sich Martin gemütlich der russischen Grenze. Er liegt voll im Plan und freut sich schon auf den Empfang im Zenit-Stadion.

11. Mai 2007

Tag 18 bis 20 – 8. Mai bis 10. Mai

MartinIn dieser Woche ist eine Menge passiert. Nach der beeindruckenden Fahrt über die Kurische Nehrung und dem Fotoshooting in Klaipeda sowie der witzigen Übernachtung auf einer riesigen Wanderdüne, erreichte Martin nun Lettland. Die erste Station hier hieß Liepaja. Der Radler mit dem Schalketrikot war gespannt, was ihn in der Küstenstadt erwartete. 04-Präsident Rehberg hatte ihn nämlich noch in der Veltins-Arena gefragt, ob er über Liepaja nach St. Petersburg fahren würde. Als er dort ankam, wusste er auch warum. Der Präsident hatte einige Bekannte beim ansässigen Fußballverein Metalurgs Liepaja angerufen. Eine ganze Delegation des Clubpräsidiums erwartete Martin bereits und nahm in mit unwiderstehlicher Freundlichkeit in Beschlag.
MartinLeider war in seinem Routenplan kein Rasttag mehr an der Ostseeküste eingeplant. Daher ging es bereits am nächsten Tag bereits weiter mit dem Ziel Riga. Entlang der Nationalstraße 9 „kämpfte“ sich Martin durch den dichter werdenden Verkehr in Landesinnere voran. Mittags klingelte plötzlich das Handy. Eigentlich besitzt Martin ja gar keins, aber Gazprom hatte ihm extra für die lange Fahrt nach Osten ein Gerät zur Verfügung gestellt. Am Telefon meldete sich eine Mitarbeiterin von Zenit St. Petersburg und überraschte Martin mit der Ankündigung, die zwei russischen Radfahrer, die ihm entgegenkommen, wären nur wenige Kilometer vor ihm, ebenfalls auf der N9 unterwegs. Schnell wurde ein Treffpunkt in Broceni vereinbart. Das Treffen dauerte eine gute Stunde und Martin freute sich sichtlich den kleinen Trupp kennen zulernen. Michael und Dennis sind Extremradfahrer, die mit Tagesetappen unter 200 Kilometern nicht zufrieden waren. Deshalb hatten sie auch Begleitfahrzeug dabei. Auf die Fahrt nach Gelsenkirchen sind sie durch ein Casting gekommen, dass Zenit-Sponsor Gasprom veranstaltet hatte. Pünktlich zum letzten Spieltag am 19. Mai wollen die beiden dann in Gelsenkirchen sein.
Lange konnten sich Michael und Dennis nicht aufhalten, ein paar Teller Nudeln und frische Radlerklamotten, dann ging es für die beiden schon weiter. Ein strammer Westwind machte das Fahren hier in Lettland nur Martin leicht. Der verabschiedete sich herzlich und machte sich auf den Weg nach Riga, wo er abends so ankommen wollte, um noch etwas von der Stadt zu sehen.

8. Mai 2007

Tage 13 bis 17 – Donnerstag 3. Mai bis Montag 7. Mai

Martin unterwegsDer letzte Abend in Polen wird Martin gerne in Erinnerung behalten. Nicht nur die nette Familie, auf deren Weide knapp außerhalb Elblags, er zelten durfte, war sehr nett. Als der Gelsenkirchener von einer Gruppe Touristen an seinem 04-Trikot mit dem Gazprom-Aufdruck erkannt wurde – es waren Schalke-Fans – schenkten sie dem verblüfften Martin 20 Zloty, „um sich einen schönen Abend zu machen.“
Über Braniewo ging der Weg weiter in Richtung Kaliningrad. Martin wäre gern über die Frische Nehrung bis nach Baltijsk gefahren, doch leider gibt es auf dem schmalen Landstreifen keinen Grenzübergang, so dass er an der Küste entlang fahren musste. Ohne Frage eine wunderschöne Strecke. Trotz Visums gestaltete sich der Grenzübertritt schwierig und erst auf der Ladefläche eine Lasters konnte Martin nach in die russische Enklave einreisen. In Kaliningrad selber hielt er sich nicht allzu lange auf und radelte gemütlich bis zur Litauischen Grenze weiter. Wobei dieses Teilstück seiner langen Reise eine ganz besondere war. Denn auf der berühmten Kurischen Nehrung gibt es tatsächlich einen Grenzübergang und Martin konnte die knapp 100 Kilometer bis nach Klaipeda, mit der Ostsee links und dem Kurischen Haff rechts der Straße, fahren. Die Übernachtung im Sand des Landstreifens ist sicherlich ein Höhepunkt seiner tollen Tour.
In Klaipeda selbst wartete schon ein weiterer Fotograf auf den Abenteurer, diesmal ein Litauischer. Martin unterwegsMittlerweile routiniert aber bei weitem nicht genervt ließ sich Martin durch die bildhübsche Hafenstadt führen und fotografieren. Ebenso wie auf der russischen Seite des Haffs waren die auch hier äußerst gastfreundlich.
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Palanga, einer Ort an der Grenze zu Lettland. Auf dem Weg dorthin wurde die Übernachtung auf der Kurischen Nehrung nahezu noch getopt: Martin zeltete in dieser Nacht auf einer gigantischen Wanderdüne, umgeben von Kilometern weißen Sandes, so weit er nur gucken konnte. Was für eine Aussicht.
Morgen steht die Fahrt nach Liepaja auf dem Plan – und dort wartet eine große Überraschung auf den tapferen Radfahrer.

7. Mai 2007

Tag 10, Tag 11 und Tag 12 – Montag 30. April bis Mittwoch 2. Mai

Martin unterwegsMit vielen lieben Grüßen und den besten Wünschen im Gepäck machte Martin sich am Montag weiter auf die Reise. Der Tourplan sollte ihn entlang der polnischen Ostseeküste über Koszalin und Gdynia nach Danzig führen. Doch das schlechte Wetter, das ihn bereits auf Usedom zur Pause gezwungen hatte, behinderte den Gelsenkirchener auch hier. Starker Wind machte die kühlen Temperaturen unangenehm und so beschloss Martin mit einem Bogen durchs Inland nach Danzig zu fahren. Hier empfand er die Menschen und die Umgebung authentischer als in den Küstenorten und bereute den kleinen Umweg über Bytow nicht.
In Danzig hatte der Fantour-Sponsor Gazprom ein weiteres Fotoshooting organisiert. Mit einer gewissen Vorfreude, aber doch schon etwas routinierter traf sich Martin mit dem Fotografen. Immerhin war er mittlerweile so einiges an Medienrummel gewöhnt. Der nette Fotoprofi hatte ihm sogar ein Zimmer in einer einfachen Pension besorgt, so dass der Radler sich nicht weiter um einen Schlafplatz kümmern musste. Zügig und spaßig wurden eine ganze Reihe Bilder gemacht und wie überall, wo Martin mit seinem bepackten Rad, dem Schalke-Trikot und einem wild knipsenden Fotografen auftaucht, gab es lustige Kontakte zu den Leuten vor Ort.
Von Danzig, auf polnisch Gdansk, bis zur russischen Enklave Kaliningrad, sind es nur ein paar Kilometer. Die wird Martin morgen in Angriff nehmen. Darauf ist er besonders neugierig. Doch auch die Vorfreude auf die baltischen Länder hat zugenommen. Denn es soll ein russischer Zenit-Fan in St. Petersburg in Richtung Gelsenkirchen losfahren. Der Partnerclub, der ebenfalls wie Schalke 04 vom Energiekonzern Gazprom gesponsort wird, schickt in den nächsten Tagen einen Radfahrer auf die Reise und er möchte sich gerne mit Martin treffen. Mal sehen, was daraus wird.
kurz vor Gdansk

2. Mai 2007

Tag 7, Tag 8 und Tag 9 – Freitag 27. April bis Sonntag 29. April

Das Wochenende vor dem Feiertag gestaltete sich für Martin wechselhaft bis großartig. Eine „Gewaltetappe“ von ca. 130 Kilometern bis nach Bensin, an der Ostküste Usedoms stand Freitag auf dem Plan. Auf dem letzten Teilstück wurde es recht windig und das Vorankommen nach so langer Strecke mühsam. Im Ostseeküstenort angekommen wartete aber eine tolle Entschädigung auf Martin: In einer der Ferienwohnungen der Villa Meeresblick hatten die Inhaber, Familie Paßlack, eine kleine Willkommensfeier für ihn vorbereitet. Herr Paßlack, ein passionierter Schalkefan, hatte in Martins Blog, hier auf www.gazprom-schalke.de, von der mutigen Fahrt zum FC Zenit St. Petersburg gehört, und spontan bei Gazprom angerufen, um zu fragen, wie er Martin helfen könne. Heraus kam freie Kost und Logis für ihn. Schalkefans von überall her bekämen in der Villa Meeresblick einen blau-weißen Rabatt, also natürlich auch der Radler aus der Heimat. Martin nahm das Angebot dankbar an und verbrachte seinen eingeplanten Ruhetag am schönen Sandstrand in Bensin. Sonntags wollte er eigentlich wieder los, aber da machte Martin das Wetter einen windigen Strich durch die Rechnung. Bis Mittags war an ein Losfahren nicht zu denken, und so kam dem 29jährigen das herzliche Angebot Herrn Paßlacks sehr recht, eine weitere Nacht zu bleiben.
Die Gastfreundschaft und das schöne Ambiente wird Martin nicht vergessen, aber nach zwei Tagen und drei Nächten „mit hochgelegten Füßen“ zieht es ihn wieder rauf auf den Sattel und raus auf die Straße. Morgen geht’s nach Polen. Und dort wartet schon das nächste Fotoshooting auf ihn.

27. April 2007

Tag 6 – Donnerstag 26. April

Plauer See Der Donnerstag stand ganz im Zeichen von Urlaubsflair: Bilderbuchwetter, die Mecklenburger Seenplatte als wunderschöne Kulisse und eine überschaubare Etappe bis nach Waren von ca. 70 Kilometern. Martin konnte sich bei Malchow sogar die Freiheit gönnen, im Plauer See eine Runde schwimmen zu gehen. Das kühle, aber nicht kalte, Wasser tat besonders gut, da eine wilde Horde Stechmücken am Abend zuvor über Martin hergefallen war. Überhaupt kam es zu genügend Begegnungen mit Tieren. Im Damerower Werder, einem Naturschutzgebiet und Wisentreservat, traf er auf eine Herde jener größten Landsäugetiere Europas. Und gegen Abend kam es auf einem unbefestigten Waldweg beinahe zu einem Zusammenstoß mit einem kreuzenden Reh. Martin musste scharf bremsen, während das Wild recht dumm neben dem Weg stehen blieb und sich dann ohne Entschuldigung ins Dickicht verzog.
Heute wurde auch noch einmal ausgiebig mit der Familie und Freundin Diana telefoniert. Nach einer Woche vermisst man sich doch schon, vor allem wenn noch so einige Zeit ohne Treffen bevorsteht. Aber grundsätzlich trübt zur Zeit nichts die Stimmung und nach der geplanten, langen Etappe morgen nach Usedom, wartet die beliebte Ostseeinsel, wo es bestimmt mindestens so schön sein wird, wie hier.

26. April 2007

Tag 5: Mittwoch 25.April

Nun wird es warm. Aber so richtig. Wenn Fahrtwind eher ist, wie Umluft im Herd, darf die Etappe ruhig etwas kürzer sein. Heute waren es 65 km, vorbei an quietschgelben Rapsfeldern und quer durch Mecklenburg-Vorpommern. Vor dem Tagesstart gönnte Martin sich etwas besonderes: Im Solebad der Wendland-Therme in Gartow durften sich die Muskeln noch einmal gründlich erholen. Denn vor allem die Beinmuskulatur muss sich an die Dauerbelastung gewöhnen. Das dauert noch ein paar Tage, weiß Martin aus Erfahrung. Vor drei Jahren, als er auf stolzen 10.000 Kilometer alle Partnerstädte Gelsenkirchens „abgeradelt“ ist, war das ähnlich.
Für das Nachtquartier bot sich die weitläufige Wiese eines ehemaligen Bauernhofes an. Die Besitzer erwiesen sich als sehr freundlich und luden Martin sogar zum Kaffee und Abendbrot ein. Die zwei kleinen Söhne hatten einen besonderen Spaß daran, Martin beim Zeltaufbauen zu helfen. Und für die Rückfahrt – wann immer er auch vorbeikommen sollte – bot der Großvater der Familie schon mal an, Martin könne gerne bei ihm rasten.

25. April 2007

Tag 4: Dienstag 24. April

Lüneburger HeideSommer im April. Überall in Deutschland werden Liegestühle aufgestellt und Sonnencreme verteilt. Überall? Nicht ganz, denn Martin musste heute bis nach 12 Uhr im Zelt bleiben. Es regnete wie aus Eimern über der Lüneburger Heide. Eigentlich wollte Martin um 8 Uhr morgens schon wieder „on the track“ sein. Stattdessen hieß es erst mal warten.
Als es dann mittags aufklarte und die Sonne hervorkam, wurde es direkt richtig warm. Zügig wurde eingepackt und wieder in die Pedale getreten. Der Wind kam immer noch aus Ost und unterstützte den Radler ein wenig. Das Wetter war einfach nur schön. Und passte so auch zur Landschaft, die rechts und links an Martin vorbeiflog, als er über Feld- und Waldwege weiter Richtung ehemaliger deutsch-deutscher Grenze fuhr. Manche Wege sind hier tüchtig sandig, da war das vorankommen schwierig. Immerhin stolze 50 Kilo wiegt das Fahrrad mit Gepäck. Weite Heidelandschaft wechselte sich mit Waldstücken ab und machte dann aber richtiggehend fröhlich. Da machte dem tapferen Knappenfan auch die hämischen Sprüche eines Beifahrers nichts aus, der durch das Seitenfenster meinte, dass Schalke 04 die Meisterschaft eh nicht gewinnen würde. Na ja, hier im Norden war es vielleicht ein Bremenfan. Am 20. Mai in St. Petersburg werden wir sehen, wer Recht hatte.
An Blüchow vorbei ging es nach Bad Bodenteich ging es und weiter bis Gartow. Ein paar Kilometer außerhalb des Dorfes wurde gegen Abend das Zelt wieder ausgepackt und das Nachtlager vorbereitet.

24. April 2007

Tag 3 - Montag, 23. April

Neues Rathaus in HanoverDer erste Tag allein auf der Strecke. Nach so viel Trubel in den letzten Tagen, tut das schon ganz gut. Von Bad Nenndorf aus führte die Route heute über Hannover Richtung Celle. Das Wetter war prächtig und Martin konnte auch noch ein wenig Rückenwind aus Süd-West genießen. Bis in die niedersächsische Landeshauptstadt ging es recht flott. Eigentlich hatte Martin vor, sich hier ein wenig die Innenstadt anzuschauen. Aber spontan trieb es ihn schnell wieder hinaus in die Natur. Eine kurze halbstündige Pause vor der Oper gönnte er sich nur, ehe es nach Nord-Westen weiter ging. Die Lüneburger Heide lag nun vor ihm. Wunderschöne Landschaften, so weit er blicken konnte. Und in einem Waldstück abseits der Straße fand Martin eine Bank und konnte herrliche zwei Stunden in Stille ausspannen. Eine Wohltat.
Gazprom - LandschaftAbends gelangte er zu einer ziemlich große Lichtung in einem weiteren Wald zwischen Celle und Eschede. Sah gut aus hier, ein ideales Plätzchen für die Nacht. Und so baute der Gelsenkirchener zum ersten Mal auf der Tour sein Zelt auf. Es wurde auch ordentlich frisch in der Nacht. Schalkesponsor Gazprom hatte im glücklicherweise noch einen Spezialschlafsack besorgt. Am Lagerfeuer, bei Nudeln und Tee, gesellten sich noch zwei Rehe zu ihm auf die Lichtung. Martin wollte sie grade zu Spaghetti Bolognese einladen, als sie es sich doch anders überlegten und mit zwei, drei kräftigen Sprüngen im Unterholz verschwanden.

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